Hydrocephalus

Hydrocephalus

Ein Hydrocephalus (Wasserkopf) entwickelt sich, wenn die Flüssigkeit, die das Gehirn kontinuierlich produziert, nicht richtig ablaufen kann. Wir alle produzieren Gehirnflüssigkeit; Sie umschließt das Gehirn und verhindert, dass dieses bei Bewegungen gegen die Schädeldecke prallt. Jeden Tag produzieren wir über einen halben Liter Gehirnflüssigkeit in unserem Kopf. Normalerweise gelangt diese in unseren Blutkreislauf. Auch wenn der Abfluss an irgendeiner Stelle durch ein Hindernis blockiert wird, produziert das Gehirn unaufhörlich weitere Mengen Flüssigkeit.

Folgen bei Überschuss von Hirnflüssigkeit

Bei kleinen Kindern ist der Schädel noch elastisch. Ist der Ablauf blockiert wird weiterhin Gehirnflüssigkeit produziert und der Kopf vergrößert sich stark. Es entsteht Überdruck. Wird der Druck auf das Gehirn zu groß, hat dies schwerwiegende Folgen: Die Kinder bekommen starke Krämpfe, werden blind und können im schlimmsten Fall daran sterben.

Warum kommt Hydrocephalus in Entwicklungsländern so häufig vor?

Hydrocephalus ist eine Folgeerscheinung von Spina bifida, ist jedoch oftmals auch auf andere Ursachen wie Hirnblutungen, Infektionen oder Tumore zurückzuführen.

In Entwicklungsländern sind die Hauptursachen unzureichende Behandlungen von Hirnhautentzündungen, Hirnblutungen aufgrund von niedrigem Geburtsgewicht oder mangelnder hygienischer Zustände bei der Geburt.

Wie kann Hydrocephalus behandelt werden?

Hydrocephalus kann behandelt werden, indem man die angesammelte Flüssigkeit im Hirn abfließen lässt. Dazu wird normalerweise ein Shunt, ein kleiner Zylinder, im Kopf implantiert, der die Flüssigkeit unter der Haut zu den Membranen führt. Das Einpflanzen eines Shunts ist ein recht einfaches Verfahren, dennoch gibt es Risiken hinsichtlich Infektionen und zwar gerade in Entwicklungsländern. Hierzulande kostet ein Shunt zwischen 800 und 1600 Euro. Deswegen nutzen wir den nur 45 Euro teuren sogenannten Chhabra Shunt, der in Indien hergestellt wird. Vergleichsstudien haben gezeigt, dass beide Shunts in ihrer Anwendung gleichsam effektiv sind.

Eine alternative Methode ist die endoskopische Drittventrikulostomie (ETV). Dabei handelt es sich um einen endoskopischen Eingriff, bei dem ein natürlicher Beipass innerhalb der Wände der dritten Gehirnkammer gelegt wird. Dadurch kann die überschüssige Flüssigkeit abwärts laufen und wird absorbiert. Wenn der Hydrocephalus durch eine Blockade verursacht wird, kann diese endoskopisch entfernt werden. Um diese Methode durchzuführen, muss der Absorbtions-Mechanismus einwandtfrei funktionieren. ETV is als Methode sicherer und nachhaltiger, da im Gegensatz zur Shunt-Variante keine Komplikationen auftreten.

Wie können Sie helfen?

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